Multikulturelle Familienkatechese in Berlin-Kreuzberg

Der Aufbau einer Beteiligungskirche und die Umsetzung der Option Familienkatechese in Berlin-Kreuzberg ist ein langer und schwieriger Weg. Die Stiftung Gottesbeziehung unterstützt die Gemeinde mit 5000 Euro.

Das Erzbistum Berlin steckt in einer tiefgreifenden Krise. Sie wurde ausgelöst durch eine schwierige Finanzsituation, doch es bleibt zu hoffen, dass diese Krise auch genutzt wird, um neue pastorale Wege zu entwickeln. Vielleicht wird so die Finanzkrise zum Auslöser positiver Entwicklungen, gemäß einem Diktum von P.M. Zulehner: Nicht den Untergang verwalten, sondern den Übergang gestalten.
Fest steht jedenfalls, dass eine alleinige Sanierung der Finanzen uns nicht weiterhilft. Deshalb wollen wir in der Gemeinde St. Marien-Liebfrauen die Situation als Chance begreifen und nutzen, den Umbau von einer Versorgungskirche zu einer Beteiligungskirche zu gestalten. Der Preis von der Stiftung „Gottesbeziehung in Familien“ soll uns dabei helfen. Sicher ist, dass in Zukunft im Erzbistum Berlin die Seelsorge mit weniger hauptamtlichem Personal auskommen muss. Soll die Weitergabe des Glauben an die nachfolgenden Generationen gelingen, so wird man diese Aufgabe nicht mehr an hauptamtliche Experten delegieren können, sondern den Ort der Glaubensweitergabe selber, die Familien nämlich, stärken müssen.
Dies wollen wir erreichen, indem wir Familien durch Begleitung befähigen und bestärken, Zellen der Glaubensweitergabe zu sein.
Bislang haben wir folgende Ideen entwickelt, deren Umsetzung wir ab Herbst 2003 angehen wollen:

  • Gründung von Familienkreisen, die sich nach Art der Selbsthilfegruppen organisieren und als „Experten des Alltags“ sich gegenseitig bei der religiösen Erziehung ihrer Kinder stärken.
  • weitere katechetische Arbeit nach der Methode „Familiengespräch“.
  • Durchführung von Familienfreizeiten, z.B. im bistumseigenen St. Otto-Heim an der Ostsee, als Zeiten des Ausatmens und Auftankens, gerade auch in spiritueller Hinsicht.
  • Durchführung von Exerzitien im Alltag für Familien.
  • weiterhin Stärkung der Präsenz der Familien im Gottesdienst (wie dies bislang schon geschieht) durch Beteiligung der Kinder an der Liturgie und entsprechende Ansprache (Familienkatechesen).
  • Nachgehende Begleitung der Familien, die schon einmal mit uns in Kontakt gekommen sind.

Insgesamt begreifen wir im Team der Hauptamtlichen der Kreuzberger St. Marien Liebfrauen Gemeinde Familien als Netzwerk, die mit vielen nichtchristlichen Familien in Kontakt stehen, gerade in diesem Stadtteil von Berlin. Deshalb sind diese Familien die Kernzelle einer missionarischen Kirche. Keine andere Zelle oder Aktivität unserer Gemeinde hat eine so große Kontaktfläche in den Raum der Gesellschaft hinein. Diese Tatsache wollen wir im Team und in der Kerngemeinde verinnerlichen. Mit dieser Leitidee wollen wir unsere oben genannten Ideen verwirklichen.